Previous Page  84 / 94 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 84 / 94 Next Page
Page Background

84

Parolen beantwortet werden. Es bedarf einer offenen, kon-

struktiven Debatte unter Wahrung des Respekts gegenüber

allen Beteiligten. Dazu gehört für die Diözesanversammlung

auch, dass Andersdenkende, Politiker und Politikerinnen so-

wie Medienschaffende nicht zu Feinden stilisiert und bedroht

werden. Wir fordern, dass man miteinander im Gespräch

bleibt, um gemeinsam Lösungen zu finden.

Rechtspopulismus ist mit dem christlichen Gebot der Nächs-

tenliebe und dem Grundrecht der Menschenwürde nicht

vereinbar. Die Rechtspopulistinnen und -populisten schüren

Neid und Missgunst, indem sie die Ärmsten der Armen unse-

rer Welt verunglimpfen und die Ursachen für soziale Proble-

me in unserem Land auf diese Gruppe projizieren. Da Sorgen

und Verunsicherungen zunehmen, müssen diese ernstgenom-

men werden: Befürchtungen von Menschen in tatsächlich

prekären Lebenslagen nehmen wir gerade dadurch ernst,

indem wir ökonomischen Entsolidarisierungstendenzen in

unserer Gesellschaft prinzipiell entgegenwirken und uns für

eine gerechtere und transparente Gestaltung der sozialen

Sicherungssysteme einsetzen.

3

Entsprechend fordert die

Diözesanversammlung eine Politik, die sich nicht von einem

möglichen Verlust von Wählerstimmen ins Wanken bringen

lässt, sondern die sich der verschiedenen Problemfelder und

ihrer Ursachen ernsthaft und ganzheitlich annimmt. Dazu ge-

hört auch, die Augen nicht vor den Problemen der Welt zu

verschließen.

Die Diözesanversammlung begrüßt die Aussagen unseres Bi-

schofs Georg für eine weltpolitische Verantwortung staatli-

chen Handelns. Wir bestärken die Bezirke und Pfarreien im

Bistum Limburg, den notwendigen Dialog vor Ort zu führen

4

und sich so für eine offene, pluralistische und freie Gesell-

schaft und damit gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit

und Diskriminierung einzusetzen. Wir fordern faktenbasier-

te und lösungsorientierte Debatten in der Gesellschaft, der

Politik und der Kirche über die sozialen Herausforderungen

in unserem Land. Wir sind davon überzeugt, dass wir die-

se Herausforderung mit Gottes Hilfe gemeinsam bewältigen

können.

Limburg, den 12. November 2016

3

„Wir widersprechen – weil wir glauben!“

Beschluss der BDKJ-Hauptversammlung am 23.04.2016.

4

Die Diözesanversammlung verweist auf die BDKJ-Aktion „Zukunftszeit:

Gemeinsam für ein buntes Land“ und die Beschlüsse „Wir widersprechen

- weil wir glauben“ und „Von derWillkommenskultur zur Integration –

Widerstand gegen Menschenfeindlichkeit“.

Stellungnahme der Diözesanversammlung