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Parolen beantwortet werden. Es bedarf einer offenen, kon-
struktiven Debatte unter Wahrung des Respekts gegenüber
allen Beteiligten. Dazu gehört für die Diözesanversammlung
auch, dass Andersdenkende, Politiker und Politikerinnen so-
wie Medienschaffende nicht zu Feinden stilisiert und bedroht
werden. Wir fordern, dass man miteinander im Gespräch
bleibt, um gemeinsam Lösungen zu finden.
Rechtspopulismus ist mit dem christlichen Gebot der Nächs-
tenliebe und dem Grundrecht der Menschenwürde nicht
vereinbar. Die Rechtspopulistinnen und -populisten schüren
Neid und Missgunst, indem sie die Ärmsten der Armen unse-
rer Welt verunglimpfen und die Ursachen für soziale Proble-
me in unserem Land auf diese Gruppe projizieren. Da Sorgen
und Verunsicherungen zunehmen, müssen diese ernstgenom-
men werden: Befürchtungen von Menschen in tatsächlich
prekären Lebenslagen nehmen wir gerade dadurch ernst,
indem wir ökonomischen Entsolidarisierungstendenzen in
unserer Gesellschaft prinzipiell entgegenwirken und uns für
eine gerechtere und transparente Gestaltung der sozialen
Sicherungssysteme einsetzen.
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Entsprechend fordert die
Diözesanversammlung eine Politik, die sich nicht von einem
möglichen Verlust von Wählerstimmen ins Wanken bringen
lässt, sondern die sich der verschiedenen Problemfelder und
ihrer Ursachen ernsthaft und ganzheitlich annimmt. Dazu ge-
hört auch, die Augen nicht vor den Problemen der Welt zu
verschließen.
Die Diözesanversammlung begrüßt die Aussagen unseres Bi-
schofs Georg für eine weltpolitische Verantwortung staatli-
chen Handelns. Wir bestärken die Bezirke und Pfarreien im
Bistum Limburg, den notwendigen Dialog vor Ort zu führen
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und sich so für eine offene, pluralistische und freie Gesell-
schaft und damit gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit
und Diskriminierung einzusetzen. Wir fordern faktenbasier-
te und lösungsorientierte Debatten in der Gesellschaft, der
Politik und der Kirche über die sozialen Herausforderungen
in unserem Land. Wir sind davon überzeugt, dass wir die-
se Herausforderung mit Gottes Hilfe gemeinsam bewältigen
können.
Limburg, den 12. November 2016
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„Wir widersprechen – weil wir glauben!“
Beschluss der BDKJ-Hauptversammlung am 23.04.2016.
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Die Diözesanversammlung verweist auf die BDKJ-Aktion „Zukunftszeit:
Gemeinsam für ein buntes Land“ und die Beschlüsse „Wir widersprechen
- weil wir glauben“ und „Von derWillkommenskultur zur Integration –
Widerstand gegen Menschenfeindlichkeit“.
Stellungnahme der Diözesanversammlung